Lebensmelodien bei der Holocaust-Gedenkzeremonie der Vereinten Nationen:
Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde das Lebensmelodien-Projekt auf Einladung von UN-Generalsekretär António Guterres bei der zentralen Gedenkveranstaltung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York aufgeführt. Die Veranstaltung, die weltweit im Livestream übertragen wurde, stand im Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Holocaust und wurde von hochrangigen politischen Vertretern sowie Holocaust-Überlebenden begleitet.
Die begleitenden Geschichten wurden von der renommierten amerikanischen Schauspielerin Tovah Feldshuh vorgetragen, deren Familie bereits eine besondere Verbindung zu den Lebensmelodien und ihrer Thematik hat.
Besonders berührend waren die persönlichen Schilderungen der Holocaust-Überlebenden Dumitru Miclescu und Marianne Muller. Während Marianne Muller das Glück des Überlebens und die Bedeutung menschlicher Begegnungen betonte – mit ihrem bewegenden Appell „find the good eyes“ –, machte Dumitru Miclescu auf die fortwährende Diskriminierung der Romnja und Sintizze aufmerksam und kritisierte die späte Anerkennung ihres erlittenen Leids.
Musik als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart – diese zentrale Botschaft der Lebensmelodien wurde durch die emotionale Kraft der aufgeführten Werke eindrucksvoll vermittelt. In einem Interview mit den Vereinten Nationen betonten Nur Ben Shalom und Michael Raddatz die Bedeutung dieser musikalischen Erinnerungsarbeit: Die Wiederbelebung von Melodien, die während der Shoah entstanden sind, gibt den damals Verfolgten eine Stimme und hält ihre Geschichten lebendig.
Die Aufführung in der UN-Vollversammlung war nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern ein starkes Symbol für die Kraft der Erinnerungskultur. Die Lebensmelodien haben einmal mehr bewiesen, dass Musik Geschichte lebendig halten kann – als Mahnung, als Brücke und als Botschaft für die Zukunft.
Am folgenden Tag gab das Lebensmelodien-Ensemble ein Abendkonzert vor einem großen Publikum, darunter auch Familienangehörige der Komponisten der Stücke. Am darauffolgenden Tag wurde unser Bildungsprogramm vor Schülern durchgeführt.
© UN Photo/Manuel Elías/Lebensmelodien